Sind Regeländerungen im Fußball sinnvoll oder nicht?

Nehmen uns Regeländerungen im Fußball die Emotionen, die Spannung und den Diskussionsstoff? In der Vergangenheit wurden verschiedene Fußball-Regeln modernisiert. Meistens erbrachten die Änderungen nicht die gewünschte Wirkung.

Fußballregeln ändern oder so lassen wie sie sind?

Schiedsrichter entscheiden und sorgen für Diskussionsstoff

Fußball lebt von Emotionen, Spannung und Dramatik. Im Laufe der Jahre haben Verbände wie Fifa oder Uefa versucht, die Fußball-Regeln zu vereinfachen. Meistens ohne durchschlagenden Erfolg. Da wären zum Beispiel die ständigen Fragen, ob Tor oder kein Tor, Hand oder kein Handspiel, Abseits oder kein Abseits. Es vergeht kein Spieltag, an dem nicht an Stammtischen über strittige Situationen diskutiert wird.

„Hey Schiri! Das war ganz klar Tor!“

Das legendärste „Nicht-Tor“ der Geschichte ist unumstritten das Wembley-Tor. Im WM-Finale 1966 traf Geoff Hurst im Londoner Wembley-Stadion zum 3:2 gegen Deutschland die Unterkante der Latte. Der Schiedsrichter entschied auf Tor. Durch diese Entscheidung ist Deutschland die Chance verwehrt worden, nach 1954 in Bern, den zweiten Weltmeister-Titel zu holen. Nach langem hin und her, wurde in den 1990er Jahren wissenschaftlich bewiesen, dass der Ball letztendlich nicht die Linie überschritten hatte.

Ein Torschiedsrichter muss her

Die Einführung von Torschiedsrichtern war ein erster Versuch, die Torentscheidung zu vereinfachen. Erstmals wurden die Torschiedsrichter in der Gruppenphase der Europa League 2009/10 eingesetzt. Zukünftig sorgten die Männer an den Torauslinien aber mehr für Kopfschütteln als für Klarheit in brenzligen Situationen.

Horts Heldt schäumt über vor Wut

Ein Zitat von Horst Heldt sorgte für Zündstoff bei den obersten Gremien. Er sagte nach dem Europa League Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Twente Enschede Folgendes:

 Jeder sieht, dass der über seine eigenen Beine fällt, aber da stehen drei Pappnasen draußen. Dazu gibt es noch einen Torrichter – ich weiß gar nicht, was der macht. Das ist wohl Beschäftigungstherapie.

Im Video seht ihr die vorausgegangene Spielsituation:

 Ein Chip im Ball soll Klarheit schaffen

Damit sich zukünftig alle sicher sein können, ob ein Ball im Tor ist oder nicht, wird bei der Fifa Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ein Computerchip im Ball eingesetzt. Der Fußball wird immer schneller und athletischer. Schiedsrichter können einfach nicht mehr alles sehen und zeitnah entscheiden. Der Chip im Ball wird auf jeden Fall ein Fortschritt sein. In anderen Sportarten, wie im Eishockey sind Torrichter schon lange im Einsatz. Sogar im Tennis wird mit Hilfe von technischen Mitteln entschieden, ob ein Ball im Aus ist oder nicht.

„Hey Schiri, wenn das kein Handspiel war!“

Neben der Abseitsregel ist diese Regel die undurchsichtigste. Hier wird unterschieden, ob der Arm angelegt ist oder nicht, beziehungsweise ob der Arm zum Ball geht oder nicht. David Alaba vom FC Bayern München wurde im Champions League Spiel gegen Real Madrid Opfer einer solchen Entscheidung, schaut selbst:

Hü oder Hott, entweder Hand oder kein Hand

Die einfachste Regelung wäre: Sobald der Ball die Hand oder den Arm berührt, ist es ein Handspiel. Kein Unterschied mehr zwischen absichtlichem und unabsichtlichem Handspiel.

„Ganz klares Abseits, das hat jeder gesehen, nur der Schiri nicht!“

Jetzt kommen wir zu einem oft diskutierten Thema im Fußball, der Abseitsregel. Ist es nun aktives, passives oder gar kein Abseits?

Die Regel besagt:

Ein Spieler befindet sich im Abseits, wenn sich beim Abspiel des Balls zwischen ihm und der gegnerischen Torlinie höchstens ein Gegenspieler befindet – also, wenn höchstens ein Akteur des Gegners der Torlinie näher ist, als der betroffener Spieler (meistens trifft dies auf den Torwart zu).

Grafische Darstellung einer Abseitesposition im Fußball

Darstellung einer Abseitsposition im Fußball – Grafikquelle: netzblogr.com

Neue Abseitsregel macht es den Schiris deutlich schwerer

Nun soll die Abseitsregel modifiziert werden. Bisher galt: Ein Spieler steht im passiven Abseits, wenn er nicht an einer Angriffssituation beteiligt ist. Gelangt der Ball trotzdem vom gegnerischen Verteidiger zu ihm, darf er ein Tor schießen. Die Neuerung besagt, dass ein Spieler, der nach der alten Regel im passiven Abseits stand, den Ball vom gegnerischen Verteidiger bekommt, jetzt im aktiven Abseits steht. Diese Änderung der Abseitsregel macht es den Schiedsrichtern nicht einfacher. Somit werden noch mehr Diskussionen über Fehlentscheidungen geführt werden als je zuvor.

Hart am Ball sagt:

Macht es doch einfach. Abseits ist Abseits, egal ob passiv oder aktiv.

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