Der Fall Hoffenheim

Das Phantomtor aus dem Leverkusen-Hoffenheim-Spiel versetzt ganz Fußball-Deutschland in Aufruhr

Das Phantomtor des Leverkuseners Stefan Kießling am Wochenende sorgte für Diskussionsstoff. Vor allem die Hoffenheimer protestieren und fordern ein Wiederholungsspiel. Doch was ist eigentlich vorgefallen? Kießling köpfte in der 70. Minute den Ball an das Außennetz und durch ein Loch im Netz konnte der Ball ins Tor gelangen. Der Schiedsrichter gab den Treffer und auch als ein Hoffenheimer Ersatzspieler auf das Loch im Tor hinwies, blieb der Schiedsrichter bei seiner Tatsachenentscheidung.

Warum hat Schiedsrichter Brych so entschieden?

Laut der Fußballregeln 2013/2014 gelten Tatsachenentscheidungen, sobald das Spiel fortgesetzt wird. Der Schiedsrichter bemerkte demnach viel zu spät, dass es sich bei Kießlings Kopfball nur um ein Phantomtor handelte. Auch die Leverkusener Spieler sagen aus, dass sie den Kopfball zunächst für ein Tor gehalten haben und der Schiedsrichter-Assistent gab keine gegenteiligen Signale von sich.

Wer hat Schuld am Phantomtor?

Zwar sollte der Schiedsrichter-Assistent in der Halbzeit das Tornetz kontrollieren, doch ist ihm das Loch an dieser Stelle nicht aufgefallen. Grundsätzlich ist aber der Gastgeber für einen unbeschädigten Zustand der Tore verantwortlich.

Kann man solche Fälle zukünftig verhindern?

Bei der WM 2014 wird ein System namens GoalControl eingesetzt. Hierbei werden 14 Kameras auf die Tore gerichtet. Sobald ein Ball die Torlinie überquert, erhält der Schiedsrichter ein Signal. Im Fall Hoffenheim hätte der Schiedsrichter kein solches Signal erhalten und somit wäre es auch nicht zu dieser Fehlentscheidung gekommen. Wann und ob GoalControl in der Bundesliga eingesetzt wird, ist allerdings noch nicht geklärt.

Welche Folgen hat der Fall Hoffenheim?

Hoffenheim hat bereits Einspruch eingelegt. Allerdings wird der DFB den Fall zunächst genauer untersuchen und dann entscheiden, ob ein Wiederholungsspiel stattfinden wird. Vizepräsident Koch macht den Hoffenheimern allerdings wenig Hoffnung.

Hat es bereits vergleichbare Fälle gegeben?

Das erste Phantomtor in der deutschen Fußballgeschichte fand 1978 statt. Jürgen Kobel von der Borussia Neunkirchen schoss den Ball in der 63. Minute am Tor der Stuttgarter Kickers vorbei. Der Ball sprang am Netz hoch und somit entstand der Eindruck eines Tores. Das Spiel wurde allerdings nicht gewertet und wiederholt.

1981 „schoss“ Arne Larsen Økland ein Phantomtor bei der Begegnung Leverkusen gegen Bayern München. Der Stürmer, der in dieser Begegnung bereits 3 Tore erzielen konnte, traf die rechte Netzstange hinter dem Tor. Er selbst teilte dem Schiedsrichter den „Nichttreffer“ noch vor dem folgenden Anstoß mit. Dafür erhielt er später die Fair-Play-Plakette des Weltverbandes FIFA.

Thomas Helmer beförderte 1994, bei einer Begegnung zwischen Bayern und Nürnberg, den Ball Richtung Tor. Dieser rollte allerdings am linken Pfosten vorbei über die Torauslinie. Zur Verwunderung aller sah der Linienrichter ein Tor. Das Spiel wurde im Nachhinein für ungültig erklärt und neu angesetzt.

Zudem gab es in der Fußballgeschichte bereits einige Treffer des Typs „Wembley-Tor“.

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