Die Bundesliga-Saison 1964/1965

Mit dem Überraschungsmeister Werder Bremen, einem Skandal in Berlin und Sekt in der Halbzeitpause endete diese zweite Bundesliga-Saison. Nach dieser Saison steigen die beiden Teams von Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern in die Bundesliga auf. Beide Mannschaften werden, bekanntermaßen, die Geschichte der Bundesliga über Jahre prägen.

Durchschnittlich strömen 27.693 Zuschauer in die Stadien

Die erste Saison in der Fußball-Bundesliga 1963/64 ist beendet und mit dem 1. FC Köln stand der erste Deutsche Meister der Geschichte fest. Fans, Spieler und Verantwortliche fragten sich, ob die zweite Saison genauso erfolgreich verlaufen wird, wie die Erste Saison. Diese Frage konnte relativ schnell mit einem „Ja“ beantwortet werden. Durchschnittlich kamen 27.693 Zuschauer pro Begegnung zu den Spielen.

Werder Bremen wird 1964/65 überraschend Deutscher Meister

Der amtierende Deutsche Meister 1. FC Köln ging auch dieses mal als Favorit in die Saison. Allerdings hatte in dieser Saison der SV Werder Bremen am Ende verdient die Nase vorne. Die Meisterschaftsfrage blieb lange offen und wurde erst kurz vor Ende der Saison entschieden. Die Bremer sicherten sich die Meisterschaft mit 41:19 Punkten vor den Kölnern mit 38:22 Punkten. Diese Meisterschaft war absolut verdient wenn man bedenkt, dass die Hanseaten an 20 Spieltagen von 30 an der Tabellenspitze waren. Der Garant für die überraschende Meisterschaft war ohne Frage die starke Defensive. In der ganzen Saison musste der Bremer Torwart nur 29 mal hinter sich greifen.

Trainer Willi „Fischken“ Multhaupt ist der Vater des Erfolges

Der aus dem Ruhrpott stammende Trainer der Bremer Willi „Fischken“ Multhaupt ist der Meistermacher. Er war bekannt für seine strenge und akribische Arbeit. Er arbeitete nach dem Motto „Im Fußball kommt a wie arbeiten vor f wie feiern“. Während der Vorbereitung in New York mussten seine Schützlinge viele taktische Varianten lernen. Nicht jedermanns Sache – Dennoch gab der Erfolg dem Trainer Recht. Durch die Vorbereitung während eines Turnieres in New York bekam die Mannschaft den Spitznamen „Amerika-Elf“ verpasst.

Fußball und Fußballschuhe aus den Anfängen der Bundesliga

SV Werder Bremen wird in dieser Saison überraschend Meister

Schalke 04 sorgt für Negativ-Schlagzeilen am laufenden Band

Woche für Woche sorgten nicht nur Mannschaftsinterne Streitereien für Gesprächsstoff. Auch Diskrepanzen in den Führungsetagen standen an der Tagesordnung. Eingefleischte Fans des FC Schalke bezeichneten die Mannschaft als Schande für den Verein. Diese Unstimmigkeiten hätten den FC Schalke zum Abstieg geführt, wäre da nicht die alte Dame Hertha aus Berlin gewesen.

Hertha BSC Berlin verhilft dem FC Schalke zum Nichtabstieg

Die Führung von Hertha BSC Berlin wollte sich den Erfolg in dieser Saison erkaufen. So wurden völlig überzogene Handgelder gezahlt, die den Verein zeitnah in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Mit Hilfe von 55.000 schwarz gedruckten Karten und den dadurch eingenommenen Geldern wollte man den Verein wieder sanieren. Durch eine Überprüfung des DFB wurde der Verein jedoch überführt. Nach der Verurteilung musste der Verein in die 2. Bundesliga zwangsabsteigen.

Die Bundesliga wird auf 18 Vereine aufgestockt

14 Tage vor dem Start der neuen Saison wurde der Abstieg von Schalke 04 und dem Karlsruher SC aufgehoben. Nach dem Zwangsabstieg von Hertha sollte die Anbindung Berlins an das restliche Bundesgebiet nicht gefährdet werden. So wurde beschlossen Tasmania Berlin in die Bundesliga aufzunehmen. Neben Tasmania stiegen noch die Borussia aus Mönchengladbach und der FC Bayern München in die erste Bundesliga auf.

Zézé – Der erste Ballzauberer vom Zuckerhut

Heute spielen einige Südamerikaner in der Fußball-Bundesliga. Der erste Brasilianer in der Bundesliga nannte sich José Gilson Rodriguez, kurz Zézé und wurde vom 1. FC Köln verpflichtet. Den Durchbruch schaffte er damals allerdings nicht und kam auf lediglich fünf Einsätze.

Der BVB feiert den Sieg über Schalke 04 schon in der Halbzeit

Ein Ereignis, welches heutzutage undenkbar wäre, spielte sich im Derby zwischen dem FC Schalke 04 und seinem Erzrivalen Borussia Dortmund ab. In der Halbzeitpause stand es bereits 6:0 für den BVB. Siegessicher wurde damals schon in Halbzeitpause eine Flasche Sekt geköpft. Das Spiel endete nach 90 Minuten mit einem 6:2.

Bildquelle: istockphoto.com – mikedabel

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