Die erste Bundesligasaison zieht seine Fans in ihren Bann

Die erste Bundesligasaison 1963/64 begann verheißungsvoll, erwirtschaftete die ersten Gelder und machte die Spieler in der ganzen Republik bekannt. Die Ära von Gerd Müller begann und der 1. FC Köln durfte sich als erster Meister der Bundesligageschichte in die Bücher eintragen.

Über sechs Millionen verkaufte Karten

Nach dem Start der Fußball-Bundesliga waren alle gespannt darauf, wohin sich die Liga entwickeln würde. In der ersten Saison 1963/64 wurden über sechs Millionen Karten verkauft. Der Eintrittspreis lag damals, je nach Sitzplatz, zwischen 3 und 12 DM.

Ruhm und Ehre über die Grenzen hinweg

Der Bekanntheitsgrad der Spieler beschränkte sich, vor dem Start der ersten Bundesliga, zum Großteil auf die regionalen Ebenen. Durch die Einführung der Bundesliga gewannen die Spieler auch über die Stadtgrenzen hinaus an Bekanntheit. Viele verdienten sehr gutes Geld. Daher blieb es nicht aus, dass bei dem einen oder anderen Spieler die sportliche Leistung in den Hintergrund rückte. Auch die Schiedsrichter gingen nicht leer aus. Sie erhielten eine Aufwandsentschädigung von 20 DM pro Spiel.

Der 1. FC Köln wird zum ersten Deutschen Meister der Bundesligageschichte

Der 1. FC Köln dominierte in dieser Saison die Liga und wurde, völlig zu Recht, zum ersten Deutschen Meister der Bundesligageschichte. Der damalige Trainer des 1. FC Nürnberg, Herbert Widmayer, war der erste Trainer der entlassen wurde. Der Weltmeister von 1954, Helmut Rahn, war es, der den ersten Platzverweis hinnehmen musste. Den ersten Hattrick erzielte Hermann Lulka von Preußen Münster. Die besten Torjäger der Saison waren:

  • Uwe Seeler (Hamburger SV) mit 30 Toren,
  • Timo Konietzka (Borussia Dortmund) mit 20 Toren,
  • Rudi Brunnenmeier (TSV 1860 München) mit 19 Toren und
  • Willi Huberts (Eintracht Frankfurt) mit 19 Toren.

Als jüngster Spieler lief Klaus Zaczyk im Alter von 18 Jahren für den Karlsruher SC auf. Der älteste Akteur war Richard Kreß von Eintracht Köln mit einem Alter von 38 Jahren.

 

Fußball aus dem Jahr 1954

Der erste Deutsche Meister heißt 1. FC Köln

Die Ära von Gerd Müller beginnt

Gerd Müller hatte mittlerweile bereits auf sich aufmerksam gemacht und der TSV 1860 München wollte ihn verpflichten. Sie verabredeten sich im Haus von Müllers Mutter. Als zwei Herren erschienen, um mit Müller zu verhandeln, erschien ihm das äußerst seltsam. Als die Verhandlungen vorbei waren und Müller unterschrieben hatte, verabschiedeten sich die zwei Männer durch die Hintertür. Gerd Müller war sich sicher, dass er für die Münchner Löwen auf Torjagd gehen würde. Das glaubte er so lange, bis etwas später plötzlich zwei Herren vom TSV 1860 München vor seiner Türe standen. Die Erklärung ist einfach: Die ersten beiden Herren kamen vom FC Bayern München. Somit hat Gerd Müller unwissentlich beim FC Bayern München unterschrieben anstatt, wie ursprünglich geplant, beim TSV 1860 München.

Eine Abmachung verhinderte einen sofortigen Wechsel

Zwischen beiden Münchner Vereinen bestand eine Abmachung, die besagte: Keiner der beiden Vereine darf einen Spieler des anderen Vereins verpflichten, wenn der Spieler nicht mindestens zwei Jahre in einem anderen Verein gespielt hat.

Gutendorfs seltsame Mannschaftsaufstellung

Rudi Gutendorf, Trainer des Meidericher SV, war als „Bunter Hund“ bekannt. Er überraschte immer wieder mit extravaganten Aktionen. So hatte er auch seine eigene Philosophie über die Zusammenstellung der Startelf. Er ließ alle Spieler einen Abstoß vom 5-Meterraum machen. Der Spieler, der am weitesten kam, stand in der Anfangsformation.

Konietzka trainiert im Schlafanzug

In dieser Saison erreichte Borussia Dortmund das Halbfinale des Europapokals gegen Inter Mailand. In einer Trainingseinheit vor diesem wichtigen Spiel brachte es BVB-Star Timo Konietzka fertig im Schlafanzug zu trainieren. Warum wusste niemand und dem Trainer war es auch egal.

Helmut Rahn und seine Unsitten

Helmut Rahn war einer der besten Fußballer seiner Zeit. Leider haperte es bei dem Weltmeister von 1954 etwas an Disziplin. Vor allem mit der Pünktlichkeit hatte er so seine Probleme. So kam es, dass sich Trainer Gutendorf zusammen mit Rahn ein Pferd kaufte. Beide trafen sich morgens und pflegten das Pferd. Anschließend gingen sie zusammen ins Training.

Bildquelle: iStockphoto – klikk

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