Doping im Fußball

Viel Wirbel um nichts oder ein ernst zu nehmendes Problem?

Ob Radsport, Leichtathletik oder Reitsport – Dopingskandale gab es immer wieder. Nur im Profifußball war Doping bisher ein Tabuthema. Doch in den vergangenen Tagen musste sich auch der Fußball aufgrund von Dopingvorwürfen rechtfertigen.

img_doping_fussball_omada_istock
Laut des am Montag, den 05.08.2013 veröffentlichten Abschlussberichts „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ belegt ein Schreiben von FIFA-Funktionär Mihailo Andrejevic, „dass drei deutschen Fußballern am Ende des Turniers ‚feine Spuren‘ Ephedrin nachgewiesen wurde“. Dabei habe es sich „sportrechtlich um Dopingvergehen“ gehandelt. Diese Aussagen bezogen sich auf die Fußball-Weltmeisterschaft von 1966.

In der Vergangenheit mussten sich namenhafte Spieler, wie Adrian Muti, Josep Guardiola, Marko Rehmer oder Diego Maradona bereits wegen positiven Dopingtests erklären. Ein paar von ihnen wurden anschließend sogar gesperrt. Aber viel Wirbel gab es wegen solcher „Skandale“ nicht. Doch nach den jüngsten Berichten ist Fußball-Deutschland in heller Aufruhr.

Was sagen Experten dazu?

Uwe Seeler weist die Vorwürfe entschieden zurück: „Ich halte von Doping gar nichts. Ich habe auch nicht gedopt, ich kenne auch keinen, der gedopt hat.“

Auch Oliver Bierhoff hält Doping im Deutschen Fußball für „schwer vorstellbar.“ Er möchte dem Problem allerdings nachgehen und sagt: „Aber wenn es Zweifel gibt, wenn es Anhaltspunkte gibt, müssen wir dem nachgehen. Und ich weiß, das werden wir auch.“

Franz Beckenbauer hält die Dopinganschuldigungen für völlig aus der Luft gegriffen. 1966 habe er noch gar nicht gewusst, was Doping war. Er forderte allerdings auch, dass sich der internationale Fußballbund nicht nur bei der Weltmeisterschaft um das Doping Problem kümmern müsse.

Die FIFA versucht die Kommunikation zum Thema Doping möglichst offensiv zu führen. Sie selbst führt im Moment verschärfte Anti-Doping-Maßnahmen durch.

Der DFB kündigte gemeinsam mit der DFL die Einführung von Blutkontrollen an. Einen genauen Startpunkt konnte oder wollte der DFB allerdings noch nicht nennen.

Währenddessen stellt Manfred Ommer, der frühere 200m-Vizeeuropameister, der bereits 1977 zugab, gedopt zu haben, den deutschen Fußball an den Pranger. Er habe keinen Zweifel daran, dass im Fußball gedopt wird. Im Wartezimmer des Freiburger Sportmediziners Joseph Keul habe man zu seiner Zeit alles gesehen, was im Sport Rang und Namen hatte. Jeder habe gewusst, warum man dort war. Er selbst war von 1986 bis 1994 Präsident des damaligen Bundesligisten FC Homburg und sagt über seine Zeit als Präsident: „Natürlich wird auch im Fußball gedopt. Da habe ich überhaupt keinen Zweifel. Der DFB hat das zumindest zu der Zeit, als ich Präsident war, recht lasch gehandhabt.“ – Harte Vorwürfe für den deutschen Fußball.

Leistungen mit verbotenen Substanzen und Methoden manipulieren

Der Profifußball wird mittlerweile als „Geschäft der Millionäre“ bezeichnet. Von den Spielern werden Höchstleistungen und volle Konzentration abverlangt. Die Mannschaft muss 90 Minuten lang perfekt funktionieren. Hier gibt es keinen Platz für Schwächen. Denn ein einziger Fehler kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Spieler, die diesem enormen Druck nicht standhalten können, sind eventuell versucht, mit verschiedenen Substanzen ein wenig nachzuhelfen um die gewohnte Leistung erbringen zu können.

Ob das Geheimnis, welches hinter den Höchstleistungen mancher Spieler steckt, das Doping ist oder ob es einfach nur hartes Training und volle Konzentration sind, bleibt zunächst ungeklärt. Der ehemalige niederländische Fußballprofi Johan Cruyff, hat da seine ganz eigene Theorie. Er ist der Meinung, die Deutschen seien 1974 besser gewesen, „weil sie mehr Bier tranken!“.

Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Anti-Doping-Maßnahmen verschärft werden. Bis dahin werden Spieler, die sich beim Thema Doping intelligent anstellen wahrscheinlich nicht erwischt werden.

Quellen:

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One Response to Doping im Fußball

  1. Kathi 19. August 2014 at 11:02 #

    Hallo,

    Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank für die tolle Präsentation der Informationen.

    Lg Kathi

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