Frauenfußball und seine Enstehung und Geschichte

Frauen spielen modernen Fußball

Frauen spielen heute einen anerkannten, modernen Fußball mit einer wachsenden Anhängerschaft. Frauenfußball ist ein fester Bestandteil der medialen Sportberichterstattung und genießt gerade in Deutschland einen besonders hohen Stellenwert. Dass dies nicht immer so war, erinnert heute kaum noch jemand. Dabei hat der Frauenfußball viel längere Wurzeln als vielfach angenommen. Bereits im 17. Jahrhundert spielten Frauen mit dem runden Leder. Aus dieser Zeit existieren erste Spielberichte über ein Spiel zwischen den verheirateten und unverheirateten Frauen im schottischen Inveresk. Übrigens gewannen der Tradition nach die verheirateten Frauen. Doch hatten es die Frauen in der Folge ungleich schwerer als Männer den Fußballsport für sich anerkannt zu bekommen.

winterpause-in-europas-topligenWeiters Indiz ist ein Foto von Nettie Honeyball 1895

Das nächste Indiz über die Anfänge des Frauenfußballs findet sich erst wieder auf einem Foto aus dem Jahr 1895. Auf diesem ist eine junge Engländerin abgebildet. Sie trägt eine weite Bluse, die sie in eine Pumphose gesteckt hat. An den Füßen sieht man die gleichen schweren Schuhe, wie sie die Männer zu jener Zeit beim Fußball tragen. Diese Frau war Nettie Honeyball und hatte gerade den „British Ladies Football Club“ gegründet. Sie war es auch, die das erste Frauen-Fußballspiel organisierte. Nordengland besiegte in diesem eine Auswahl aus Südengland mit 7:1. Wer nun damit gerechnet hatte, dass es mit dem Frauenfußball ähnlich steil bergauf gehen würde wie mit dem Männerfußball zu der Zeit, der sah sich getäuscht. Die Presse berichtete mit großem Mitleid über Bemühungen der Spielerinnen bei diesem Spiel. Die Zeitschrift zog das vernichtende Fazit, dass Frauen vollkommen ungeeignet wären für den Fußball. Man riet ihnen dringlich von dieser Art der Leibesübung ab.

Kurzer Aufschwung im ersten Weltkrieg

Im ersten Weltkrieg erlebte der Frauenfußball einen kurzen Aufschwung. Im Jahr 1920 kamen 53.000 Zuschauer zum Goodison Park zu Liverpool um ein Spiel der St. Helen`s Ladies zu verfolgen. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Frankreich wurden Frauen-Fußballvereine gegründet. 1921 waren es allein in England 150 Klubs. Aber von einem Durchbruch für den Frauenfußball konnte noch immer nicht die Rede sein. Der Englische Fußballverband verbot sogar seinen Mitgliedsverbänden ihre Spielstätten für Frauenfußball zur Verfügung zu stellen. Dieses Auf und Ab ist für die frühe Geschichte des Frauenfußballs charakteristisch. Erst nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der Frauenfußball langsam als anerkannte und gleichwertige Sportart durch. Im Jahr 1971 war es dann endlich soweit, dass die UEFA die Nationalverbände aufforderte, den Frauenfußball zu fördern. Nach und nach hoben die Verbände das Verbot für den Frauenfußball auf – kaum zu glauben, dass es ein solches noch existiert hatte. 1982 wurde dann endlich die erste Europameisterschaft für Frauen im Fußball ausgetragen; 1991 die erste Weltmeisterschaft. Fünf Jahre später folgte die Premiere bei Olympia.

 

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