Fußball Nebensache beim Afrika-Cup 2015

Ausschreitungen, Fehlentscheidungen, Sperren

Fußball droht beim Afrika-Cup 2015 zur Nebensache zu werden

Gewiss, die Vorzeichen standen schlecht. Im Ebola-geschüttelten Afrika weigerte sich der auserkorene Gastgeber Marokko, die Kontinentalmeisterschaft durchzuführen. Im November 2014, also nur zwei Monate vor Beginn des Turniers, wurde Äquatorialguinea als neuer Gastgeber festgelegt. Marokko verlor das automatische Startrecht als Gastgeber und darüber hinaus wurde das nordafrikanische Land von den Afrika-Meisterschaften 2017 und 2019 verbannt.

 Nur Außenseiterchancen für volker Finke und Kamerun

Das Gastgeberstartrecht erhielt entsprechend Äquatorialguinea, eine Mannschaft, die in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 118 steht. Die Experten sahen als Favoriten Algerien, Tunesien, Ghana und die Elfenbeinküste. Eine Außenseiter-Chance sprach man Kamerun mit dem deutschen Trainer Volker Finke zu.

afrika-cup-2015-randaleInsgesamt sechzehn Mannschaften starteten in vier Vierergruppen in das Turnier. Die jeweils beiden Gruppenbesten qualifizierten sich für das Viertelfinale. Fußballerisch blieben die Leistungen in der Mehrzahl der Gruppenspiele hinter den Ansprüchen zurück. Ganze 45 Tore in 24 Spielen; allein 13 Unentschieden sind die Zeugnisse fußballerischer Magerkost.

Spannung und Überraschungen nach der Gruppenphase

Wenigstens gab es Spannung und die eine oder andere Überraschung. In Gruppe A zogen die Republik Kongo und völlig überraschend der Gastgeber in die nächste Runde – und nicht Gabun mit Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang. In Gruppe B waren es Tunesien und die DR Kongo – letztere mit drei Unentschieden. In der schweren Gruppe C zogen mit Ghana und Algerien die erwarteten Mannschaften ins Viertelfinale, während Südafrika nur Gruppenletzter wurde. In Gruppe D gab es in sechs Spielen fünf Unentschieden (jeweils 1:1) und nur ein Sieg. Dieser bescherte der Elfenbeinküste den Gruppensieg. Guinea und Mali, mit jeweils drei 1:1 Unentschieden mussten das Los zwischen sich entscheiden lassen. Dies hatte es seit 1988 beim Afrika-Cup nicht mehr gegeben. Am Ende jubelte die Mannschaft aus Guinea.

Schiebung im Halbfinale Tunesien gegen Äquatorialguinea

Eine faustdicke Überraschung erlebten die Tunesier im Viertelfinale gegen den Gastgeber. Drei Minuten vor Abpfiff gab der Schiedsrichter einen äußerst fragwürdigen Elfmeter zugunsten von Äquatorialguinea, das damit zum Ausgleich, Verlängerung und Sieg kam. Zu Recht prangerte die objektive Presse die Leistung des Schiedsrichters an. In den weiteren Viertelfinals gewannen der DR Kongo, Ghana und die Elfenbeinküste.

Ausschreitungen im Halbfinale und Spielunterbrechung

Im ersten Halbfinale setzte sich die Elfenbeinküste klar gegen die DR Kongo durch (3:1). Im zweiten Spiel kam es dann zum Eklat. Bereits zur Pause wurden die Spieler aus Ghana von den Zuschauern mit Gegenständen beworfen und mussten durch eine Polizeieskorte geschützt werden. In der 75. Minute musste der Schiedsrichter das Spiel wegen Zuschauerausschreitungen unterbrechen. Hubschrauber kreisten über dem Stadion und Tränengas wurde eingesetzt – Szenen, die mehr an einen Kriegsschauplatz erinnerten als an ein Fußballspiel. Ghana gewann das Spiel letztlich, doch der Sport war längst in den Hintergrund getreten. So bleibt denn auch vom Afrika-Cup 2015, unabhängig wer am End Afrikameister wird, nur ein fader Beigeschmack.

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