Kein schottischer Trainer in der englischen Premier League

Ein holländischer Meistertrainer, die englische Premier League mit viel Geld aber ohne Schotten und was ist eigentlich mit den Glasgow Rangers los?

Ungereimtheiten zwischen van Gaal und Sam Allardyce

Majestätsbeleidigung im Königreich. So oder so ähnlich muss Ex-Bayern München Coach und jetziger Übungsleiter von Manchester United Louis van Gaal die Worte von Kollege Sam Allardyce von West Ham United empfunden haben. Der hatte jüngst behauptet, der englische Rekordmeister und –pokalsieger agiere nur mit langen Bällen. Da dem noblen Holländer Handgreiflichkeiten ala Christiano Ronaldo oder Jose Mourinho fernliegen, wehrt er sich in diesen Tagen mit einer anderen Waffe: der Statistik.

Tatsächlich errechnete BBC Sport, des Königreichs seriöse Sportberichterstatter, flugs eine Tabelle der langen Bälle und siehe da: Manchester United ist in dieser Tabelle nur Mittelmaß, während Sam Allardyces West Ham United auf Platz vier liegt. Letzter ist Manchester City. Was sagt uns diese Statistik? Am Ende wird Meister, wer die meisten Punkte hat.

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Paul Lampert war der letzte schottische Trainer in der Premier League

In der letzten Woche erschütterte ein weiteres Ereignis die Gespräche zur traditionellen Teatime im altehrwürdigen Mutterland des Fußballs. Als Aston Villa sich entschied, den Ex-Dortmunder Paul Lambert wegen Erfolgslosigkeit zu entlassen, war die englische Premier League gar gänzlich ohne einen schottischen Trainer. Das hatte es … ja, wann hatte es so etwas zuletzt gegeben. Man munkelt, dass die Queen über diese Nachricht ganz und gar nicht amused gewesen sein soll – schließlich verbringt sie jeden Sommerurlaub in Schottland und fürchtet die Rache der Bravehearts.

Tatsächlich war ein solcher Vorfall seit der Einführung der Premier League 1992 nicht vorgekommen. 2011 waren es sogar sieben Vereine in Englands Topliga, die von einem Manager aus dem äußersten Norden des Königreichs auf das Spielfeld geführt wurden. Die Ikone Sir Alex Ferguson wird sanft mit dem Kopf geschüttelt haben, als er Lamberts Rauswurf erfuhr. Obgleich – einige Fanatiker spekulieren mit einer Aktion der National Scottish Party, die unlängst mit einem unabhängigen Schottland gescheitert waren.

Glasgow Rangers kämpfen um den Aufstieg und gegen leere Kassen

Mehr Probleme hat ein schottischer Traditionsverein. Serienmeister und Gegenpart von Celtic Glasgow, der Europapokalsieger Glasgow Rangers kämpft in der zweiten schottischen Liga um den Aufstieg in die Erstklassigkeit. Der Kampf beschränkt sich leider nicht nur auf das Spielfeld, sondern auch auf die Vereinskasse, die nämlich wieder leer ist wie schon vor einigen Jahren. Ein Umstand, der damals zum Zwangsabstieg führte.

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