Rassismus-Skandal in Italien

Auch der DFB steht in der Kritik

Der italienische Stürmer Mario Balotelli wurde am vergangenen Sonntag erneut Opfer von rassistischen Beleidigungen. In ganz Italien werden zur Zeit T-Shirts mit der Aufschrift „Milan-Fans, selbst wenn ihr Balotelli mit Bleiche waschen würdet, er würde dennoch für immer stinken.“, verkauft.

Bereits mehrere Beleidigungen

Für Balotelli ist dies nicht die erste Anfeindung, mit der er sich auseinandersetzen muss: Bei einem Spiel gegen Kroatien im letzten Jahr wurde er von den Zuschauern mit Bananen beworfen und im Juni 2012 erschien in der „Gazzetta“, der italienischen Sportzeitung, eine Karikatur von Balotelli, welche auf eine Szene aus „King Kong“ anspielte. Im Februar 2013 wurde folgendes Zitat von Paolo Berlusconi, dem Bruder von Silvio Berlusconi, veröffentlicht: „Jetzt lasst uns gehen und dem kleinen Neger zuschauen.“ Im Mai 2013 heimste der AS Rom sich mit Schmähgesängen über Balotelli eine saftige Strafe von 50 000 Euro ein.

Die jüngste Beleidigung gegen Balotelli wird darauf zurückgeführt, dass der Skandal-Stürmer beim 1:2 gegen Neapel vom Platz flog, nachdem er dem Schiedsrichter gedroht habe, ihn umzubringen. Er entschuldigte sich zwar für seinen Ausbruch. Den Druck den T-Shirts konnte er aber dennoch nicht mehr aufhalten.

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Zeig Rassismus die Rote Karte – Quelle: lautgegennazis.de

Deutsche Verbände setzen sich nicht ausreichend gegen Rassismus und Homophobie ein

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov setzen sich der DFB und die internationalen Verbände FIFA und UEFA nicht genug gegen Rassismus und Homophobie ein. Besonders das Thema Schwulenfeindlichkeit wurde in dieser Umfrage stark kritisiert. 55 % der Befragten deutschen Fußball-Fans sind der Meinung, dass sich der DFB nicht genug einsetzt. Auch beim Thema Rassismus sind die Werte kaum besser. Der DFB ist von diesen Ergebnissen überrascht und argumentiert damit, dass es ein sehr großes Engagement im Kampf gegen Rassismus und Homophobie gäbe. Die internationalen Verbände schneiden bei den Umfragen sogar noch schlechter ab. Doch auch Vereine Spieler und Fans sollen sich laut den Umfrageergebnissen mehr engagieren.

Kein Platz für Rassismus und Homophobie

Tatsächlich wird sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene engagiert. Dies geschieht beispielsweise in Form von Kampagnen, TV-Spots oder Rundschreiben. Angesichts der Umfrageergebnisse und der immer wiederkehrenden Negativschlagzeilen dürfte jedoch klar sein, dass es noch deutlich mehr Engagement aber auch Zeit bedarf, um diese essentiellen Probleme zu beseitigen. Denn letztendlich sollte es doch um fairen und guten Sport mit schönen Toren gehen und da ist nun mal kein Platz für Rassismus und Homophobie.

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