Skandale im Profi-Fußball

Erst Herthas Lolita-Affäre, dann der Skandal um Idrissou – Eine Schlagzeile jagt die andere

Vergessen die Profis ihre Vorbildfunktion und die eigentliche Priorität, den Fußball? Oder suchen die Medien förmlich nach Skandalen, weil Ihnen der rein sportliche Aspekt nicht mehr ausreicht?

Lolitaskandal bei Hertha BSC

Lolitaskandal bei Hertha BSC

Der jüngste Skandal um Hertha BSC sorgte in den Medien für eine Menge Wirbel. Eine 16-jährige Schülerin erzählt in der Berliner Zeitung, sie habe sich in diesem Sommer mit insgesamt fünf Hertha-Profis eingelassen. Ein paar Tage später erscheint die Meldung, sie habe die Unterschrift ihrer Eltern für den Bericht in der Zeitung gefälscht und es habe auch keinen Geschlechtsverkehr mit einem Hertha Spieler gegeben. War das Ganze nur ein Versuch, um Hertha BSC zu schaden? Handelt es sich einfach nur um den Ruf eines Mädchens nach Aufmerksamkeit? Oder ist an der Behauptung doch etwas dran? Warum sie ihre Meinung plötzlich geändert hat, bleibt unklar.

Herthas Vergangenheit

Dabei musste die Hertha schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie sich Skandale auf den Verein auswirken können. Die „Lügenaffäre“ um Markus Babbel, die sich im Dezember 2011 abspielte, war sicherlich nicht ganz unschuldig daran, dass Hertha noch in der gleichen Saison in die zweite Bundesliga abstieg. Auch für Babbel hatte diese Streitigkeit negative Konsequenzen. Die Boulevardpresse suchte plötzlich nach Skandalen in seinem Privatleben und behauptete, er habe seine Frau betrogen. Für entspannte Familienverhältnisse haben diese Behauptungen, ob haltlos oder nicht, sicherlich nicht gesorgt.

Weitere aktuelle Skandale

Doch auch andere Bundesligavereine fallen durch das Verhalten ihrer Spieler nicht gerade positiv auf. So hat auch Albert Streit dieses Jahr für gehöriges Aufsehen gesorgt. Das jüngste Beispiel ist Mohamadou Idrissou. In der vergangenen Woche sorgte er nicht zum ersten Mal für Schlagzeilen außerhalb des Spielfeldes. Der Stürmer des 1. FC Kaiserslautern soll das Leben seiner Ex-Freundin bedroht haben. Bereits ein paar Jahre zuvor habe er sich Frauen gegenüber gewalttätig gezeigt. Seine ehemalige Verlobte soll von ihm krankenhausreif geschlagen worden sein. Doch seine Wut richtete sich auch schon auf den Gast eines Freiburger Cafés, dessen Besuch mit einem gebrochenen Jochbein und einer Kieferverletzung endete. Auch seine Mietwohnung habe er völlig verwüstet. Dementsprechend verhält er sich auch auf dem Spielfeld nicht viel gemäßigter. Ob eine Person mit so wenig Selbstbeherrschung überhaupt noch in der Öffentlichkeit auftreten sollte, oder ob hier nicht eher eine Therapie angebracht wäre, sei einmal dahingestellt.

Die größten Fauxpas in der Fußballgeschichte

Betrachtet man die Vorkommnisse der letzten Wochen wird schnell klar, dass Vorwürfe und Skandale immer extremer werden. Doch auch in der Vergangenheit haben sich einige Spieler nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Diego Maradona ist sicherlich einer der besten Spieler aller Zeiten. Doch die zahlreichen Kokain-Affären hätte er sich sparen können. Mario Balotelli’s Liste an Auffälligkeiten ist lang. Er hat bereits mit Dartpfeilen auf Jugendspieler geworfen, für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt, weil er mit einer Spielzeugpistole durch die Gegend schoss und mit Hilfe eines Feuerwerks hat er beinahe sein Haus abgefackelt. Diese Vorkommnisse klingen nach Kinderstreichen eines 6-jährigen. Doch bei einem erwachsenen Mann sind solche Verhaltensweisen wohl doch eher bedenklich. Rafael van der Vaart soll seine Sylvie in der Silvesternacht 2012 zu Boden geschlagen haben. Wenig später verkündeten die Beiden auch das Ende ihrer Ehe. Ob durch Skandale mit Prostituierten, Alkohol, Drogen oder Gewaltexzessen – Die Liste der Profis ist lang und Gascoigne, Mutu, Ribéry oder Rooney sind nur die Bekanntesten darunter. Auch deutsche Spieler sind schon des Öfteren negativ aufgefallen. So erinnern wir uns bestimmt alle an den berühmten Mittelfinger von Stefan Effenberg.

Vielleicht sollten sich alle wieder etwas mehr um das Wesentliche kümmern, nämlich den Sport. Gerade Profifußballer sollten sich ihrer Rolle als Personen des öffentlichen Lebens und ihrer damit verbundenen Vorbildfunktion bewusst werden und die Medien könnten sich wieder um die Analysen der vergangenen Spieltage kümmern anstatt intime Details aus dem Privatleben zu thematisieren.

Quellen:
morgenpost.de/hertha-skandal
bild.de/hertha-skandal
berliner-zeitung.de/hertha-skandal
bild.de/lügenaffäre-babbel
berliner-zeitung.de/lügenaffäre-babbel
bild.de/mohamadou-idrissou
ksta.de/fussball

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