Vorbereitung der Fußball-WM in Brasilien und die Folgen

Brasilien ist ein eine Fußball-Nation. Ein Land voller Fans mit legendären Clubs und faszinierenden Spielern. Da erscheint die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 genau am richtigen Ort ausgetragen zu werden, kaum ein anderes Land bietet so viel Begeisterung und Flair. Doch auch im Traumland Brasilien zeigen Schattenseiten, über die nur ungern gesprochen wird.

Krawalle, Ausschreitungen und Verletzte

Jetzt, nur rund sechs Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft, überschatten schwere Krawalle den letzten Spieltag um die brasilianische Meisterschaft. Das Spiel zwischen Vasco da Gama und Atletico Paranaense musste für mehr als eine Stunde unterbrochen werden, während die Fans schwere Auseinandersetzungen austrugen. Auf am Boden liegende Fans wird eingetreten, ein Hubschrauber muss im Stadion landen, damit ein Verletzter abtransportiert werden kann. Insgesamt müssen vier Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Die FIFA zeigt sich geschockt vom Ausmaß der Gewalt. Gleichzeitig weisen die Funktionäre auf das ausgefeilte Sicherheitskonzept zur Fußball-WM in Brasilien hin. Sie erwarten keine Schwierigkeiten während der Veranstaltung.

Ausschreitungen beim Spiel zwischen Vasco da Gama und Atletico Paranaense:

Übergriffe und Vertreibung

Bereits seit Beginn der Baumaßnahmen leidet die arme Bevölkerung unter der Fußball-WM in Brasilien. Der Neu- und Umbau von Stadien und Hotels sowie die nötige Peripherie benötigen Raum. Das Land möchte sich von seiner besten Seite zeigen, für Armut und Slums ist kein Platz in der glorreichen Fußballwelt. Ganze Familien werden vertrieben, oft dringen Vertreter der Städte einfach in die Häuser ein. Eigentum wird zerstört und ganze Existenzen werden vernichtet. Ausweichmöglichkeiten haben diese Menschen nicht, der Bau boomt und die Grundstückspreise explodieren. Die Situation in einem Land mit einem Wohnungsdefizit von fünf Millionen verschärft sich zunehmend.

Fußball-Fans im Stadion

Fußball-Fans im Stadion – Quelle: iStock, lentolo

Kein Fußball für Arme

Wenn überhaupt, dann wird der ärmere Teil der Bevölkerung die Fußball-WM nur im Fernsehen verfolgen können. Die Stadien werden zwar massiv umgebaut, aber dabei sind die Stehplätze der Planung zum Opfer gefallen. Die günstigen Plätze, die maßgeblich für die besondere Stimmung im Stadion verantwortlich waren, sind weggefallen. Die Fußball-WM 2014 ist eine Weltmeisterschaft der Sitzplätze und der gut choreografierten Beifallsbekundungen der Fans. In allen zwölf Austragungsorten regelt die FIFA das Angebot der Gastronomie, kleine, regionale Anbieter sind von diesem Geschäft ausgeschlossen. So behält diese Weltmeisterschaft trotz vollmundiger Versprechungen einen bitteren Beigeschmack.

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